Eine Ausbildung zum Fachlageristen dauert normalerweise 24 Monate, die der Fachkraft für Lager-
logistik 36 Monate. Die Umschulung bei der AWL umfasst für beide Fachbereiche nur 21 Monate.
Wie ist das möglich?
StaBiLo kombiniert Fachunterricht, betriebliche Praxis, Förderunterricht und Praxiscoaching. Außer-
dem kann sich der Teilnehmer erproben, welche der beiden Fachrichtungen für ihn passend ist.
Der bimodulare Aufbau und die späte Entscheidung für die endgültige Fachrichtung verhindern vor-
zeitigen Abbruch der Ausbildung bei schwächeren Leistungen. Der Teilnehmer kann sich für den
weniger anspruchsvollen Weg entscheiden. Zeigt ein Teilnehmer ausreichendes Potenzial, kann er
die höhere Qualifikation anstreben. Es handelt sich hier ein Projekt "Arbeit durch Qualifizierung" (AdQ) finanziert mit Fördermitteln aus dem Europäischem Sozialfonds.
Grundseminar: Dauer 6 Monate
In der ersten Phase, dem Grundseminar, werden die Grundlagen für beide Ausbildungsberufe im
praxisnahem Vollzeitunterricht vermittelt. Die Lerngruppen sind Berufsabschluss übergreifend zu-
sammengestellt und behandeln die Themen, die für beide Berufsabschlüsse gleichermaßen von
Bedeutung sind. Regelmäßige, kleine Lernerfolgskontrollen sind fester Bestandteil des pädagogi-
schen Konzepts, denn sie ermöglichen Rückschlüsse auf den Lerntyp, zusätzlichen Förderbedarf
und erleichtern die Zuordnung zu den Praxisunternehmen. Außerdem helfen sie, Prüfungssituatio-
nen langfristig vorzubereiten.
Praxisphase, duale Phase, Fachseminar: Dauer 15 Monate
Das Fachseminar verbindet betriebliche Praxis in den Partnerunternehmen (drei Tage/Woche) und die Vermittlung fachtheoretischer Kenntnisse (zwei Tage/Woche) miteinander (duales System). Auf diese Weise kann das betriebliche Lernen intensiver begleitet werden. Rückmeldungen der Ausbilder und Erfahrungen der Umschüler finden so ihren Weg in die Lerngruppe, können gemeinsam in die Lerninhalte und -strategie einfließen.
Berufswahlentscheidung: Nach 8 Monaten
Nach ca. 8 Monaten erst wird die Entscheidung für den individuell passenden Berufsabschluss ge-
troffen. Bei der endgültigen Entscheidung, welcher Berufsabschluss angestrebt wird, werden die
Lernentwicklung und die Leistungen sowie die Neigung des Umschülers einbezogen. Regelmäßige
Lernerfolgskontrollen, persönliche Gespräche und nicht zuletzt die Rückmeldungen aus den Be-
trieben bilden die Grundlage für den angestrebten Abschluss der Umschulung. Die Entscheidung
erfolgt nach Rücksprache mit der zuständigen Beratungsfachkraft des Jobcenters oder der Arbeits-
agentur einvernehmlich in einem persönlichen Gespräch zwischen Projektleitung und dem Teilneh-
mer.
Praktikumscoaching: Während der gesamten Praxisphase
Der Praxiscoach hält zu den Firmen, in denen die Teilnehmer ihre betrieblichen Ausbildungsphasen
absolvieren, über die gesamte Ausbildungszeit ständigen Kontakt. In Gesprächen mit dem betrieblich-
en Ausbilder erkennt er ggf. zusätzlichen Förderbedarf oder auch Schwierigkeiten in der sozialen
Integration. Er ist Ansprechpartner bei der Verbindung der praktischen Ausbildungsinhalte mit neuen
theoretischen Kenntnissen oder auch bei verwaltungstechnischen Abwicklungen. Der Praxiscoach
sorgt für die Kommunikation zwischen den Umschülern, den Unternehmen, den Trainern und Dozenten sowie den Beratungsfachkräften im Jobcenter.